9. Februar 2012

ICH MUSS ES VERPASST HABEN





Zeichnung: U-Bahnhof Tempelhof. 2011, Kveta Kazmukova


ICH MUSS ES VERPASST HABEN


Ich finde gar nichts.
Alle Werbetafeln der U-Bahn scheinen ganz normal ihre Funktion auszufüllen – werben für irgendwelche Getränke.Nachdem ich das ganze U-Bahn-Gleis abgelaufen bin, verbreiten sich allmählich unangenehme Gefühle.

Ich muss es verpasst haben.
Das Kunstwerk ist anscheinend unwiderruflich nicht mehr da. Begleitet vom Lärm einer einfahrenden Bahn gehe ich nach Hause, die immer zudringlicheren Gewissensbisse zu verdrängen. Nichts bleibt übrig.


8. Oktober 2011

NACHTRAG




Video: U-Bahnhof Pankow. 2011, Sabrina Schieke
© Sabrina Schieke

 

NACHTRAG

 
Es ist fast schon Alltag geworden, dass die Arbeit nun nicht mehr da ist.
Ich durfte dabei sein, als sie vor ca. drei Wochen abgenommen wurde. 
Das ging erstaunlich routiniert und zu schnell. 
So schnell, dass fast keine Zeit blieb, noch einmal hinzuschauen.

Dieser Gedanke gefällt mir sehr, denn viele haben die Arbeit nicht gesehen und von anderen, die sie gesehen haben, weiß ich nicht. Tatsächlich ist dies eine Tatsache, mit der ich mich erst jetzt im Nachhinein anfreunden kann. Es bleibt sonst immer etwas wie die Erinnerung an eine Eröffnung oder Finissage.

Bei dieser Arbeit gab es beides nicht. Weil es mir für die Art der Arbeit unpassend erschien und noch immer erscheint. So wie die Arbeit von vielen nur im vorbei gehen gesehen oder von den einfahrenden Zügen verdeckt wurde, passte sie sich in ihrem Erscheinungsbild dem Takt der U-Bahn an.

Ich möchte mich bei Sandra Schieke, Thomas Richter, Bruno Braun und Melanie Rick bedanken. Bei Katharina Kamph, Johanna Lucht und Berndt Wilde, Prof. Dr. Heike Afheldt.
Danke an die Mart Stam Stifftung für Kunst und Gestaltung an die WALL AG und an die Draussenwerber.



Sabrina Schieke  

16. September 2011

FINISSAGE

Foto: U-Bahnhof Leopoldplatz. 2011, Sandra Schieke
© Sandra Schieke